Unsere Statuten

Die literarisch überlieferten Statuten der „Zunft junger Burschen zu Kriegsfeld“ aus dem Jahr 1787 dienten unseren Statuten als Vorbild. Bei uns werden sie jedem Kerwebu am Tag seiner Aufnahme vom dienstältesten Kerwebu vorgelesen. Danach – siehe unten – wird dem Burschen das erste Mal zugetrunken, worauf der der betreffende das Glas bis auf den Stumpen zu leeren hat.

  1. Soll von den Kerweburschen keiner unter 18 Jahren angenommen werden, bei Straf einer Maß Wein
  2. Wenn einer die Jahre hat und sich in die Gesellschaft der Kerwebuwe begeben will, so soll er sich in geziemter Ordnung melden: „Ich bitt, dass ihr mich aus dem Bubenstand zu euch in die Gesellschaft möget nehmen“
  3. Wenn er dann angenommen wird, so sollen alle Kerweburschen anwesend sein und ihre Zustimmung geben
  4. Es soll keiner ohne Unterschied angenommen werden, als wie die Tax besteht, nämlich in zwei Viertel Wein und jedem einen Weck
  5. Wenn er dann angenommen wird und ihm die Statuten vorgelesen werden, so soll er sich vor den Tisch hinstellen und keiner soll lachen, bei Straf einer halben Maß Wein
  6. Wenn er angenommen ist, soll ihm einer von den Kerweburschen das erste Mal zutrinken und sagen: „Gesundheit, Bruder Borsch, halt dich frisch“, worauf der junge Bursch das Glas bis auf den Stumpen austrinken muss, bei Straf einer Maß Wein
  7. So soll er auch gedenken, dass er ein Bursch ist und sich nicht buwisch stellen darf, bei Straf
  8. So soll er auch freien Zugang zu den Mädchen haben und keiner soll ihm was in den Weg legen, bei Straf
  9. Er soll sich aber auch geziemend aufführen bei den Mädchen, bei Straf
  10. Wenn einer den anderen bei einem Mädchen sieht, so soll er seinen Weg gehen und keinen Lärm machen, bei Straf
  11. Wenn einer mit einem Mädchen tanzen will und sie nicht will, so soll derselbe es bei den Kerweburschen anzeigen, damit sie keiner ansprechen soll, bei einer gewissen Straf, und ihr den ganzen Tag kein Plaisir machen, bei Straf
  12. Wenn einer im Feld von einem Mädchen gerufen wird, dass er ihr etwas helfen soll, so soll er ihr in der Ordnung helfen, alsdann soll er seinen Weg gehen, bei Straf
  13. Wenn ein Bursch im Wirtshaus trinkt, so soll er sich nicht übermäßig vollsaufen, damit er die Gesellschaft nicht beschimpft, bei Straf
  14. Wenn ein Bursch ein Mädchen poussiert, so sollen die andern es ihm lassen, doch können sie bei der Musik mit ihr tanzen, wenn sie ihn um Erlaubnis gefragt haben, bei Straf
  15. Wenn eine benachbarte Kerwe ist, so soll ein jeder Bursch, der auf die Kerwe gehen will, sich mit der Gesellschaft der Kerweburschen bereden, und hernach sollen sie miteinander gehen, bei Straf
  16. Wenn einer auf Reisen ist und ihm etwas Widerliches widerfährt und er seinen Weg nicht gehen kann und kann er einen aus der Gesellschaft der Kerweburschen erlangen und er ihm nicht hilft, was er aus seinem Vermögen tun kann, so hat er die Straf zu erwarten, die ihm zuerkannt wird
  17. Wenn Burschen aus unserer Gesellschaft an einem Ort sich aufhalten und sich Anfechtungen aufwerfen, so sollen sie, soviel in ihren Kräften steht, versuchen, einander auszuhelfen, bei Straf
  18. Wenn einer aus der Gesellschaft der Kerweburschen krank wird, so ist ein jeder verbunden, ihn ordnungsgemäß zu besuchen, bei Straf
  19. Soll auch ein jeder seine Pflicht erfüllen, vor allem an der Kerwe und an den Veranstaltungen und Festlichkeiten der Gesellschaft
  20. Und ein jeder soll auch verschwiegen sein und nicht schwatzen und tratschen wie ein Weib, was in der Gesellschaft besprochen wird, bei Straf
  21. Ist einer gewillt, ein Mädchen zu heiraten, so ist ihm ordnungsgemäß zu gratulieren und er ehrenvoll aus der Gesellschaft der aktiven Kerweburschen zu entlassen

Verlesen der Statuten (2012)

Verlesen der Statuten (2012)

Bilder

  • Verlesen der Statuten (2004)
  • Verlesen der Statuten (2008)
  • Verlesen der Statuten (2012)
  • Nach der Aufnahme (2012)
  • Nach der Aufnahme (2012)
  • Nach der Aufnahme (2011)